Steigende Hypothekarzinsen - ein Update

Wir haben im November '21 vor anziehenden Hypothekarzinsen berichtet und darin die Empfehlung abgegeben in Festhypotheken zu wechseln (https://www.monterealis.ch/post/steigende-hypothekarzinsen-aufgrund-inflationsängsten-1). Damals waren die Zinssätze für Festhypotheken je nach Laufzeit noch etwa 20 - 40% tiefer.


Was ist seit November '21 passiert?


Gleich vorweg - einiges! Die Zentralbank Amerikas hat eingestehen müssen, dass die Inflation doch nicht nur temporär ist und erklärt gegen diese nun vehement vorzugehen. Im Markt wurde dies von den Investoren entsprechend eingepreist, aktuell gehen die Zinsfutures von fünf Zinserhöhungen aus für das 2022 (also total +1.25%). Vor zwei Wochen hat sich nun auch die Zentralbank der Europäischen Union besorgt über die anhaltend hohe Inflation geäussert - entsprechend sind auch in Europa die Erwartungen für Zinserhöhungen gestiegen. Im Gegensatz zur USA, welche im Dezember '21 eine Inflation der Verbraucherpreise von 7% auswies, lag in der Schweiz die entsprechende Inflationsrate bei lediglich 1.5%. Dies lässt sich nicht vergleichen, dennoch kann sich die Schweiz nicht den globalen Treibern und Zyklen entziehen. Darüber hinaus, hat in der Schweiz auch jüngst der Bundesrat dem Antrag der Schweizerischen Nationalbank zugestimmt den antizyklischen Kapitalpuffer zu reaktivieren. Um den zunehmenden Risiken am Hypothekar- und Immobilienmarkt entgegenzuwirken, müssen die Banken nun ab dem 30.09.2022 zusätzlich Eigenmittel für Wohnbauhypotheken in der Höhe von 2.5% halten. Die Versicherungen und Pensionskassen sind von dieser Regelung nicht betroffen.


Wie haben sich die Zinssätze für Festhypotheken entwickelt?


Die Zinsen sind seit November durchs Band angestiegen: Die am 7. Februar von Moneyland erhobenen Richtsätze liegen bereits bei 1.28% für fünfjährige und für die zehnjährigen bei 1.55%. Somit stiegen die Zinssätze deutlich gegenüber den Sätzen von Mitte November und legten prozentual über 30% zu. Damit haben sich die Festhypotheken innert 3 Monaten bereits deutlich verteuert.



Sollte man nach wie vor auf Festhypotheken setzten?


Aus unserer Erfahrung ist dies meist ein persönlicher Entscheid des Kunden und ein persönliches Abwägen zwischen Sicherheit gegenüber Risiko. Die Kunden müssen für sich selber entscheiden, für welches Model oder welchen Modelmix sie sich entscheiden möchten, um ruhig schlafen zu können. Für manche Leute ist eine SARON Hypothek einfach nicht das Richtige.


Vor diesem Hintergrund ist der Abschluss einer zehnjährigen Hypothek unter 1% für einen Durchschnittsschuldner kaum mehr möglich. Wir empfehlen daher nicht alles in eine Festhypothek zu packen und für einen Teil eine sogenannte SARON Hypothek abzuschliessen. Dabei sollte man achten, dass die entsprechende Vertragslaufzeit nicht länger als drei Jahre ist. Denn nur so bleibt man auch flexibel. Dadurch, dass man einen Teil des Fremdkapitals als SARON Hypothek erhält lässt sich über lange Zeit Geld sparen. So liegen doch diese Zinssätze mittlerweile einiges tiefer im Vergleich zu den aktuellen Zinssätzen von Festhypotheken.


Auf jeden Fall sollte man mehrere Offerten (sowohl von Banken als auch von Versicherungen/Pensionskassen) einholen und diese miteinander vergleichen. So beträgt die Differenz zwischen dem günstigsten Richtsatz für eine zehnjährige Hypothek und dem teuersten aktuell fast 0.6%. Wir erleben immer wieder einen wahren Preiskampf unter den Anbietern - aber es gilt dies auch aktiv einzufordern!







128 Ansichten0 Kommentare